In 50 Tagen ist Neujahr. Für viele ist jetzt wieder die Zeit im Jahr gekommen, ein Resümee zu ziehen. Das große Zusammenzählen dessen, was heuer umgesetzt werden konnte und was nicht. Wir sind in vielen Belangen auf dieses Denken gedrillt. Wir denken in Quartalen, Jahresabschlüssen, Semestern oder Legislaturperioden. Längerfristig in die Zukunft zu denken, ist auf paradoxe Art und Weise noch immer irgendwie unsexy, weil man Erfolge lieber unmittelbar und persönlich einfährt. Wer weiß schon, ob man in ein paar Jahren noch in der gleichen Position ist wie jetzt oder ob gar jemand anderer die hart erarbeiteten Früchte des Erfolgs genießen wird?

Das Wort „Empathie“ ist zumindest im öffentlichen Sprachgebrauch ein Kind des 21. Jahrhunderts. In Bezug auf Führungskräfte hätte man vor 30 Jahren vielleicht gesagt, dass jemand „ein gutes Händchen für Menschen“ hat – auf gut Österreichisch ein „G´spür“. Doch eines hat sich nicht geändert: Unabhängig vom verwendeten Begriff suchen Unternehmen weltweit Menschen mit dem gewissen Etwas und meinen damit Führungskräfte, die anderen vermitteln, dass sie mehr sind als nur ein austauschbares Rädchen im System – nämlich unverwechselbare, unvergleichliche, einzigartige Menschen.

Schon klar, nicht alle Führungskräfte treten mit dem Charisma eines Indiana Jones auf und nicht zu allen würden uns Attribute wie »furchtlos« oder »tollkühn« einfallen. Und das muss es auch nicht! Gute Leader müssen nach außen hin keine Helden mimen. Sie müssen vor allem glaubwürdig, authentisch und handlungsstark sein. Trotzdem erfordert gute Führung klarerweise auch Mut, etwa sich Konflikten unmittelbar – oder zumindest zeitgerecht – zu stellen. Tatsächlich aber ist konfliktscheues Verhalten (nicht zu verwechseln mit bedachtem, überlegten Vorgehen) ein weitverbreitetes Problem unter Führungskräften. Die Wahrheit ist aber: Ohne Konflikte geht es nicht!

Bei einem Blog mit dieser (bewusst provokant) formulierten Headline kann man sich eines gewiss sein: Niemand wird sich als „Titelfigur“ angesprochen fühlen und niemand wird sich durch Empörung outen, da man sich ja dann selbst ins Abseits stellt.
Und gleichzeitig ist das schon eine der wichtigsten Antworten auf die Frage in der Überschrift…