In meinem letzten Blog habe ich darüber geschrieben, wie wichtig und inspirierend Vorbilder für alle von uns sind. An Vorbildern können wir uns orientieren, uns messen und sie helfen uns, unsere Ziele zu erreichen. Besonders wichtig ist diese Vorbildfunktion in Bereichen, in denen Frauen traditionell unterrepräsentiert sind. Dort sehen sich Frauen auch den meisten Vorurteilen gegenüber und befürchten daher, aufgrund eines Stereotyps beurteilt zu werden bzw. durch ihr Verhalten das Stereotyp unabsichtlich zu bestätigen. Hand aufs Herz: Was denken Sie denn über Frauen und Technik?

Vorbilder inspirieren, motivieren und zeigen uns Möglichkeiten auf, die wir vorher nicht für realisierbar gehalten haben. Das ist besonders wichtig, wenn Frauen in typischen Männerberufen tätig sind. Sie glauben mehr an sich selbst, wenn sie eine Frau vor sich haben, die etwas erreicht hat, was sie auch erreichen könnten. Es ist viel leichter, sich in einer Position zu sehen, die jemand erreicht hat, der einem ähnelt.

Ein kurzes Gedankenexperiment für meine männlichen Leser: Würden Sie sich angesprochen fühlen, wenn in einem Text von „Leserinnen“, „Kundinnen“ oder „Mitarbeiterinnen“ geschrieben wird? Nein? „Warum auch?“, höre ich Sie sagen. Und was, wenn irgendwo im Impressum oder auf der Website stehen würde: „Zur leichteren Lesbarkeit sind personenbezogene Bezeichnungen nur in weiblicher Form angeführt. Sie beziehen sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise.“ Würde das für Sie etwas ändern?

Wer auf See ein Ziel erreichen will, benötigt nicht nur eine Mannschaft, sondern auch eine Kultur, die alles bestmöglich auf Kurs hält. Manche in der Crew bringen in einer bestimmten Kultur Höchstleistungen, andere fühlen sich gebremst und verunsichert. Um in Unternehmen einen Wandel – also einen „neuen Kurs“ – erfolgreich in Gang zu bringen, ist es daher von essenzieller Bedeutung, die Kultur zu verstehen.