Praxis. Führung. Kultur

Einblicke

Hier zeigen wir, woran Probleme erkennbar werden, was dahinterliegt und welche Hebel in der Praxis Wirkung entfalten.

Oktober 2026, Lesezeit 3 Min

Zwei Unternehmen. Zwei Ausgangslagen. Eine entscheidende Frage: Wo verlieren wir Performance?

High Performance beginnt für uns nicht mit einer fertigen Lösung. Denn Organisationen kommen mit völlig unterschiedlichen Fragestellungen zu uns. Zwei Beispiele aus der Praxis zeigen sehr gut, was damit gemeint ist.

Case 1: „Wir haben ein Führungsthema.“

Ein mittelständisches Industrieunternehmen wächst seit Jahren erfolgreich. Die wirtschaftlichen Zahlen stimmen, die Führungskräfte sind erfahren und die Mitarbeitenden engagiert.

Trotzdem hat die Geschäftsführung zunehmend das Gefühl: Wir könnten wesentlich wirksamer sein.

Entscheidungen dauern zu lange. Zwischen den Bereichen entstehen immer wieder Abstimmungsschleifen. Themen werden mehrfach diskutiert, ohne wirklich abgeschlossen zu werden. Führungskräfte sind stark im Tagesgeschäft gebunden und die Geschäftsführung greift bei zu vielen operativen Fragen selbst ein.

Die erste Vermutung lautet schnell:

„Wir haben ein Führungsthema.“

Doch bevor das nächste Leadership-Programm gestartet wird, schauen wir im High Performance Core genauer hin.

Entlang unserer 8 Säulen der High Performance Culture analysieren wir Kommunikation, Ergebnisfokus, Verantwortung, Zusammenarbeit, Führung, Entwicklung & Reflexion, Strukturen & Prozesse sowie Mindset.

Und dabei zeigt sich ein anderes Bild.

Die Führungskräfte wollen Verantwortung übernehmen. Die Organisation macht es ihnen aber nicht immer leicht.

Meetings dienen häufig der Information statt der Entscheidung. Verantwortlichkeiten sind grundsätzlich definiert, werden an den Schnittstellen aber unscharf. Entscheidungen wandern dadurch nach oben. Die einzelnen Bereiche kennen ihre Ziele – gleichzeitig fehlt teilweise der Blick auf das Gesamtoptimum.

Plötzlich verändert sich die Fragestellung.

Nicht mehr:

„Wie müssen wir unsere Führungskräfte entwickeln?“

Sondern:

„Welche Rahmenbedingungen müssen wir verändern, damit unsere Führungskräfte ihre Leistung überhaupt entfalten können?“

Ein kleiner Unterschied in der Frage. Aber ein großer Unterschied für die weitere Entwicklung der Organisation.

 

Case 2: „Wir müssen einsparen. Aber bitte nicht einfach mit dem Rotstift.“

Ein anderes Unternehmen. Rund 1.100 Mitarbeitende. Über Jahre stark gewachsen.

Mit dem Wachstum sind neue Strukturen, Prozesse, Meetings und Verantwortlichkeiten entstanden. Doch dann stagniert das Wachstum. Der wirtschaftliche Druck steigt und für die Geschäftsführung ist klar: Wir müssen stabilisieren und Kosten reduzieren.

Natürlich könnte man jetzt relativ schnell auf FTEs schauen.

Der Geschäftsführer wollte bewusst einen anderen Weg.

Sein Zugang war: Bevor wir Menschen abbauen, möchte ich verstehen, wo wir heute Zeit, Geld und Leistung verlieren.

Welche Strukturen sind mitgewachsen, die wir vielleicht gar nicht mehr brauchen? Wo machen wir Dinge doppelt? Welche Entscheidungen dauern unnötig lange? Und wo könnten wir effizienter werden, ohne einfach den Druck auf die Menschen zu erhöhen?

Auch hier starten wir mit dem High Performance Core.

Diesmal führt uns die Analyse an ganz andere Stellen.

Wir finden Meetings, deren ursprünglicher Zweck längst verloren gegangen ist. Prozesse, die während des Wachstums entstanden sind und nie wieder hinterfragt wurden. Doppelarbeiten zwischen Bereichen. Lange Entscheidungswege und Führungskräfte, die einen großen Teil ihrer Zeit mit operativer Koordination verbringen.

Aber wir finden auch etwas anderes: sehr viel Wissen über mögliche Lösungen.

Die Führungskräfte kennen viele der Ineffizienzen selbst. Was bisher gefehlt hat, ist der gemeinsame Blick auf die Organisation und die Möglichkeit, bestehende Routinen wirklich infrage zu stellen.

Damit wird aus der ursprünglichen Frage nach Einsparungen eine viel spannendere:

„Wie stellen wir unsere Organisation so auf, dass wir mit den vorhandenen Ressourcen wesentlich wirksamer werden?“

Daraus entstehen konkrete Hebel: Entscheidungswege verkürzen, Verantwortlichkeiten schärfen, Meetings reduzieren, Schnittstellen verbessern und Prozesse vereinfachen.

Einsparung entsteht damit nicht automatisch durch weniger Menschen, sondern zunächst durch weniger organisatorische Reibungsverluste.

 

Genau deshalb starten wir mit dem High Performance Core.

Diese beiden Unternehmen haben völlig unterschiedliche Herausforderungen.

Das eine glaubt, ein Führungsthema zu haben.

Das andere muss wirtschaftlich stabilisieren und Kosten reduzieren.

Bei beiden wäre es einfach gewesen, sofort Maßnahmen zu setzen.

Ein Leadership-Programm hier. Ein Kostensenkungsprogramm dort.

Wir machen es bewusst anders.

Wir wollen zuerst verstehen, was hinter dem sichtbaren Problem liegt.

Was funktioniert bereits? Wo geht Performance verloren? Welche Muster verhindern Verantwortung und Umsetzung? Und welche wenigen Hebel würden tatsächlich einen Unterschied machen?

Denn manchmal ist ein vermeintliches Führungsproblem eigentlich ein Strukturproblem.

Und manchmal liegt das größte Einsparungspotenzial nicht zuerst bei den Menschen, sondern in der Art, wie eine Organisation arbeitet.

Genau dort beginnt für uns High Performance.

September 2026, Lesezeit 10 Min

10 Schritte, um gut durch einen dichten Herbst zu kommen – und trotzdem das nächste Jahr zu planen

Kennen Sie das?

Der Herbst beginnt, und plötzlich ist Weihnachten gefühlt schon nächste Woche.

Projekte müssen abgeschlossen werden. Budgets werden geplant. Ziele sollen noch erreicht werden. Gleichzeitig stehen Strategie- und Planungstermine für das kommende Jahr im Kalender. Und natürlich läuft das Tagesgeschäft einfach weiter.

Die klassische Reaktion darauf?

Wir machen mehr.

Mehr Termine. Mehr Abstimmungen. Mehr To-dos. Mehr Druck.

Und genau hier liegt aus meiner Sicht einer der größten Denkfehler.

Ein dichter Herbst wird nicht besser, indem wir noch mehr hineinpacken. Er wird besser, wenn wir klarer entscheiden, was wirklich wichtig ist.

High Performance bedeutet nicht, ständig am Limit zu arbeiten. High Performance bedeutet, seine Energie dort einzusetzen, wo sie Wirkung erzeugt.

Und genau deshalb sollten Sie jetzt nicht versuchen, irgendwie bis Weihnachten durchzukommen.

Nutzen Sie die kommenden Wochen, um zwei Dinge gleichzeitig zu schaffen: dieses Jahr gut abzuschließen und das nächste Jahr klar vorzubereiten.

Wie? Mit diesen zehn Schritten.

  1. Hören Sie zuerst einmal auf!

Ja, Sie haben richtig gelesen. 

Bevor Sie jetzt eine neue Jahresplanung beginnen und weitere Projekte definieren, sollten Sie zuerst überlegen:

Was hören wir auf zu tun?

Wir erleben in Unternehmen immer wieder Prozesse, Meetings, Reports und Routinen, bei denen eigentlich niemand mehr so genau weiß, warum es sie gibt.

Aber sie laufen weiter.

Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr.

Und dann wundern wir uns, warum niemand Zeit hat.

Eine der acht Säulen der High Performance Culture beschäftigt sich genau damit: mit der richtigen Balance aus Entrümpeln, Überarbeiten und Bewahren. Wer Prozesse, Meetings und To-dos ohne echten Mehrwert eliminiert, schafft Raum für das Wesentliche.

Tun Sie es konkret:

Nehmen Sie sich mit Ihrem Führungsteam 60 Minuten Zeit.

Schreiben Sie Ihre wiederkehrenden Meetings, Reports, Prozesse und Projekte auf und stellen Sie bei jedem Punkt drei Fragen:

Behalten?
Überarbeiten?
Weglassen?

Und bitte machen Sie daraus keine nette Reflexionsübung.

Am Ende muss tatsächlich etwas weg sein.

Sonst haben Sie nichts verändert.

  1. Entscheiden Sie, was bis Jahresende WIRKLICH zählt

Ich erlebe häufig Führungskräfte mit zehn, fünfzehn oder zwanzig Prioritäten.

Das Problem ist nur:

Zwanzig Prioritäten sind keine Prioritäten.

Wenn alles wichtig ist, wird am Ende überall ein bisschen gearbeitet – aber nirgends entsteht die notwendige Energie.

Deshalb stelle ich gerne eine sehr einfache Frage:

Wenn Sie bis Jahresende nur EIN wirklich wesentliches Ergebnis erreichen könnten – welches wäre es?

Diese Frage zwingt zur Klarheit.

Und Klarheit ist gerade in intensiven Zeiten Gold wert.

Tun Sie es konkret:

Schreiben Sie dieses eine Ergebnis in einem Satz auf.

Dann nehmen Sie Ihre aktuellen Projekte und Aufgaben zur Hand und fragen Sie bei jedem größeren Thema:

Zahlt das auf unser entscheidendes Ergebnis ein?

Ja?

Dann bekommt es Aufmerksamkeit.

Nein?

Dann darf zumindest die Frage erlaubt sein, warum Sie gerade Zeit damit verbringen.

  1. Warten Sie mit der Planung für das nächste Jahr nicht auf „mehr Zeit“

Eines kann ich Ihnen versprechen:

Der Moment, an dem plötzlich alle operativen Themen erledigt sind und Sie entspannt mehrere Tage Zeit für Strategie haben, wird wahrscheinlich nicht kommen.

Das Tagesgeschäft gewinnt fast immer.

Deshalb müssen Sie Zukunftsarbeit bewusst schützen.

Tun Sie es konkret:

Blockieren Sie bereits jetzt fixe Zeiträume für die Planung des kommenden Jahres.

Und machen Sie daraus bitte keine weiteren Statusmeetings.

In diesen Zeitfenstern geht es ausschließlich um Zukunft:

Was wollen wir erreichen?

Was müssen wir dafür verändern?

Was wollen wir nicht mehr tun?

Was braucht unser Team dafür?

Welche Strukturen passen nicht mehr zu dem, was wir vorhaben?

Zukunft entsteht nicht nebenbei.

Sie muss gestaltet werden.

  1. Machen Sie aus schönen Jahreszielen echte Arbeit

„Wir wollen innovativer werden.“

„Wir wollen kundenorientierter werden.“

„Wir wollen effizienter werden.“

Klingt alles gut.

Nur: Was heißt das am Montagmorgen um 9 Uhr?

Genau hier scheitern viele Ziele.

Sie klingen richtig, aber niemand weiß, was konkret anders gemacht werden soll.

Im High-Performance-Ansatz geht es deshalb darum, zuerst das Was zu klären und dann lösungsorientiert ins Handeln zu kommen.

Tun Sie es konkret:

Nehmen Sie jedes wesentliche Ziel für das kommende Jahr und beantworten Sie:

Was wollen wir konkret erreicht haben?

Woran erkennen wir, dass wir es geschafft haben?

Welche Meilensteine führen uns dorthin?

Wer übernimmt Verantwortung?

Wann überprüfen wir den Fortschritt?

Erst dann wird aus einem Ziel Umsetzung.

  1. Klären Sie Verantwortung, bevor es hektisch wird

Ein Satz, den ich in Unternehmen immer wieder höre:

„Ich dachte, das macht jemand anderer.“

Und schon wissen Sie ziemlich genau, wo das Problem liegt.

Verantwortung kann nicht irgendwo zwischen drei Abteilungen, fünf Führungskräften und einem Projektteam liegen.

Gerade in intensiven Zeiten muss klar sein:

Wer hält welches Thema in Bewegung?

High Performance bedeutet dabei nicht, dass Führungskräfte alles kontrollieren. Im Gegenteil. Im Buch geht es ausdrücklich um Vertrauen statt Micromanagement und darum, Verantwortung und den entsprechenden Spielraum zu ermöglichen.

Tun Sie es konkret:

Gehen Sie Ihre fünf wichtigsten Themen bis Jahresende durch.

Und schreiben Sie hinter jedes Thema einen Namen.

Diese Person muss nicht alles selbst erledigen.

Aber sie übernimmt Verantwortung dafür, dass es passiert.

Das ist ein großer Unterschied.

  1. Schauen Sie sich Ihren Kalender an – er sagt Ihnen ziemlich viel über Ihre Performance

Wir reden gerne über Effizienz.

Dann schauen wir in unsere Kalender – und sehen acht Stunden Meetings.

Da stimmt etwas nicht zusammen.

High Performance Culture bedeutet nicht, mehr Meetings zu machen, um mehr abzustimmen.

Im Gegenteil.

In den 8 Säulen wird Meetingeffizienz sehr konkret beschrieben: Meetingdauer reduzieren und gleichzeitig den Output halten oder erhöhen. Die entscheidende Frage dahinter lautet: Wie viel Zeit würde dadurch wieder für die wirklich wichtigen Dinge frei?

Tun Sie es konkret:

Prüfen Sie jedes regelmäßige Meeting:

Warum gibt es dieses Meeting?

Welches Ergebnis soll danach vorliegen?

Wer muss wirklich dabei sein?

Brauchen wir 60 Minuten – oder reichen 30?

Brauchen wir dieses Meeting überhaupt?

Und noch etwas:

Ein Meeting, nach dem niemand weiß, wer was bis wann macht, war vielleicht ein gutes Gespräch.

Aber noch lange keine gute Umsetzung.

  1. Schauen Sie nicht ständig auf das, was noch fehlt

Gerade gegen Jahresende passiert etwas Interessantes.

Wir sehen vor allem die offenen Punkte.

Das Projekt ist noch nicht fertig.

Die Zahl ist noch nicht erreicht.

Das Thema ist noch nicht abgeschlossen.

Und dadurch entsteht schnell das Gefühl: Wir schaffen überhaupt nichts.

Dabei lohnt sich ein anderer Blick.

Fortschrittsmanagement bedeutet, Ziele klar zu definieren, Verantwortlichkeiten zu klären, Fortschritt sichtbar zu machen und Hindernisse frühzeitig zu erkennen. Genau darauf baut auch das Workbook auf: Gute Ideen dürfen nicht an fehlender Konsequenz, unklaren Prioritäten oder mangelndem Dranbleiben scheitern.

Tun Sie es konkret:

Besprechen Sie bei Ihren wichtigsten Themen regelmäßig nur vier Fragen:

Was haben wir erreicht?

Wo stehen wir jetzt?

Was blockiert uns?

Was ist unser nächster konkreter Schritt?

Mehr brauchen Sie häufig gar nicht.

Aber Sie müssen dranbleiben.

Denn High Performance ist kein guter Start.

High Performance zeigt sich darin, ob Sie Dinge auch zu Ende bringen.

  1. Sagen Sie Ihren Leuten, was wirklich wichtig ist

Was mich immer wieder erstaunt:

In der Geschäftsführung wurde zwei Tage lang über Strategie gesprochen.

Die Führungskräfte haben eine Präsentation bekommen.

Und dann glaubt man, die Organisation kenne jetzt die Richtung.

Nein.

Kommunikation ist keine einmalige Information.

Sie schafft Orientierung.

Gerade wenn der Alltag dicht ist, müssen Menschen wissen, worauf sie ihre Energie richten sollen. In den 8 Säulen ist Kommunikation deshalb ein zentraler Bestandteil: klare, zielgerichtete Kommunikation verbindet Teams, teilt Wissen und beschleunigt Entscheidungen.

Tun Sie es konkret:

Kommunizieren Sie immer wieder drei Dinge:

Das ist unser Ziel.

Das ist jetzt unsere Priorität.

Und das bedeutet konkret für euch …

Der dritte Satz ist entscheidend.

Denn genau dort wird aus Unternehmensstrategie Arbeitsrealität.

  1. Schleppen Sie nicht alles ins nächste Jahr mit

Ich halte wenig davon, am Jahresende einfach eine neue Jahreszahl auf alte Themen zu schreiben.

Wenn ein Prozess dieses Jahr nicht funktioniert hat, warum sollte er nächstes Jahr plötzlich funktionieren?

Wenn ein Meeting dieses Jahr keinen Mehrwert gebracht hat, warum steht es schon wieder als Serientermin bis Dezember im Kalender?

Wenn Verantwortlichkeiten dieses Jahr unklar waren, warum sollten sie sich am 1. Jänner von selbst klären?

Genau deshalb braucht High Performance Reflexion.

Tun Sie es konkret:

Bevor Sie neue Ziele festlegen, beantworten Sie gemeinsam vier Fragen:

Was hat uns dieses Jahr unnötig Energie gekostet?

Was hat uns wirklich vorangebracht?

Was müssen wir verändern?

Was nehmen wir ganz bewusst NICHT mit ins nächste Jahr?

Das Workbook formuliert diesen Gedanken sehr klar: Reflexion schafft Fokus. Es geht darum, nicht nur zu verstehen, sondern zu reflektieren, zu hinterfragen und zu gestalten.

Genau das ist Jahresplanung.

Nicht Fortschreibung.

Sondern Gestaltung.

  1. Gehen Sie nicht mit einer PowerPoint aus der Jahresplanung – sondern mit einem High Performance Plan

Ich habe nichts gegen schöne Präsentationen.

Aber eine Präsentation setzt nichts um.

Menschen setzen um.

Deshalb sollte Ihre Planung am Ende auf eine Seite passen.

Ihr High Performance Plan:

Unser entscheidendes Ziel

Was wollen wir wirklich erreichen?

Unsere Prioritäten

Worauf konzentrieren wir unsere Energie?

Was wir weglassen

Womit hören wir auf?

Unsere Meilensteine

Woran erkennen wir Fortschritt?

Unsere Verantwortung

Wer hält welches Thema in Bewegung?

Unser Fortschrittsmanagement

Wann und wie überprüfen wir, ob wir tatsächlich vorankommen?

Unsere Kommunikation

Was müssen unsere Mitarbeitenden wissen und verstehen?

Und dann fehlt noch eine letzte Frage:

Was ist der erste Schritt?

Nicht im Jänner.

Nicht „nach Weihnachten“.

Nicht wenn es ruhiger wird.

Jetzt.

Denn genau hier trennt sich Planung von Umsetzung.

Ein dichter Herbst braucht nicht mehr Tempo

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft für die kommenden Monate.

Wenn sehr viel zu tun ist, glauben wir schnell, dass wir schneller werden müssen.

Ich sehe das anders. Wir müssen klarer werden.

Was ist wirklich wichtig?

Was lassen wir weg?

Wo wollen wir hin?

Wer übernimmt Verantwortung?

Was ist der nächste Schritt?

Und bleiben wir lange genug dran, damit tatsächlich ein Ergebnis entsteht?

High Performance bedeutet nicht, möglichst viel bis Weihnachten irgendwie noch über die Ziellinie zu schieben.

Es bedeutet, bewusst zu entscheiden, wofür Sie Ihre Zeit, Ihre Energie und die Energie Ihrer Mitarbeitenden einsetzen.

Dann kann ein dichter Herbst sogar etwas sehr Produktives bekommen.

Sie schließen nicht nur ein Jahr ab.

Sie räumen auf.

Sie entscheiden.

Sie schaffen Klarheit.

Und während andere im Jänner erst beginnen darüber nachzudenken, was sie im neuen Jahr eigentlich erreichen wollen, sind Sie bereits in Bewegung.

Denn am Ende zählt nicht, wie viel wir geplant haben.

Es zählt, was wir tatsächlich auf die Straße bringen.

August 2026, Lesezeit 4 Min

Management-Formationen: Warum Blindflug im Management die Performance ausbremst

Vor einigen Jahren hatte ich die besondere Gelegenheit, mit der italienischen Kunstflugstaffel ins Gespräch zu kommen. Deren Kommandant erklärte mir damals etwas, das ich bis heute nicht vergessen habe.

Er sagte: „Die größte Gefahr entsteht nicht durch die Geschwindigkeit. Sie entsteht dann, wenn jeder beginnt, seine eigene Formation zu fliegen.“

Mich beeindruckte damals vor allem die Präzision ihrer Zusammenarbeit. Jeder Pilot kennt seine Rolle. Jeder weiß, wann er führt und wann er folgt. Jeder vertraut darauf, dass die anderen ihre Aufgabe ebenso konsequent erfüllen. Nur so gelingt es, mit wenigen Metern Abstand Höchstleistungen zu erbringen – und am Ende wieder sicher zu landen.

Während unseres Gesprächs erzählte ich ihm von meiner Arbeit mit Managementteams und Unternehmenskulturen. Wir stellten überrascht fest, dass unsere Welten viel mehr Gemeinsamkeiten haben, als man zunächst vermuten würde.

Management ist keine Ansammlung einzelner Führungskräfte

Viele Unternehmen investieren viel Geld in die Entwicklung einzelner Führungskräfte. Das ist wichtig.

Noch wichtiger ist jedoch die Frage:

Kann Ihr Management überhaupt als Formation fliegen?

Denn Unternehmen scheitern heute selten daran, dass einzelne Führungskräfte schlecht sind. Viel häufiger scheitern sie daran, dass jede Führungskraft ihre eigene Richtung einschlägt.

Der Vertrieb verfolgt andere Prioritäten als die Produktion.
HR kommuniziert anders als die Geschäftsführung.

Das mittlere Management interpretiert Entscheidungen unterschiedlich.
Jeder arbeitet engagiert – aber eben in einer anderen Formation.

Die Folge kennen wir alle:

  • widersprüchliche Botschaften,
  • unnötige Reibungsverluste,
  • langsame Entscheidungen,
  • Unsicherheit bei Mitarbeitenden,
  • und ein enormer Verlust an Energie.

High Performance entsteht nicht dadurch, dass einzelne Menschen Höchstleistungen bringen. Sie entsteht dann, wenn Führung gemeinsam in dieselbe Richtung arbeitet. Genau deshalb gehören Verantwortung für das große Ganze, klare Kommunikation und fortschrittliche Zusammenarbeit zu den zentralen Säulen einer High Performance Culture.

Warum Management-Formationen Performance erzeugen

Eine starke Management-Formation sorgt dafür, dass Entscheidungen schneller umgesetzt werden, weil Führungskräfte dieselben Prioritäten vertreten.

Sie reduziert Reibungsverluste zwischen Bereichen.

Sie schafft Vertrauen, weil Mitarbeitende keine unterschiedlichen Botschaften mehr erhalten.

Und sie gibt Orientierung – gerade in Zeiten permanenter Veränderung.

Performance entsteht dort, wo Menschen nicht permanent interpretieren müssen, was eigentlich gemeint ist, sondern Klarheit erleben.

Eine Case Study aus unserer Praxis

Vor einiger Zeit begleiteten wir ein mittelständisches Unternehmen mit rund 2.000 Mitarbeitenden.

Auf den ersten Blick schien alles gut organisiert zu sein. Die Führungskräfte waren erfahren, engagiert und fachlich ausgezeichnet.

Trotzdem stockten Projekte immer wieder. Entscheidungen dauerten lange. Zwischen den Bereichen entstanden Diskussionen darüber, wer verantwortlich sei. Mitarbeitende erhielten je nach Führungskraft unterschiedliche Aussagen.

Im ersten Workshop wurde schnell klar:

Nicht die Qualität der einzelnen Führungskräfte war das Problem.

Das Problem war, dass jede Führungskraft ihre eigene Management-Formation aufgebaut hatte.

Wir arbeiteten deshalb zunächst nicht an Prozessen, sondern an einem gemeinsamen Führungsverständnis.

  • Welche Ziele verfolgen wir wirklich?
  • Welche Botschaften müssen überall gleich sein?
  • Wo übernehmen wir gemeinsam Verantwortung?
  • Welche Entscheidungen treffen wir künftig gemeinsam – und welche bewusst nicht?

Bereits wenige Monate später berichtete das Unternehmen von deutlich schnelleren Abstimmungen, wesentlich weniger Reibungsverlusten zwischen den Bereichen und einer spürbar höheren Umsetzungsgeschwindigkeit. Die eigentliche Veränderung lag jedoch nicht in neuen Instrumenten oder zusätzlichen Meetings.

Sie lag darin, dass das Management begann, als Formation zu führen.

Mein persönliches Fazit

Immer wenn ich heute an dieses Gespräch mit dem Kommandanten der Kunstflugstaffel zurückdenke, denke ich an Managementteams.

Nicht die besten Einzelkämpfer gewinnen.

Nicht die lautesten Führungskräfte.

Nicht jene mit den meisten PowerPoint-Präsentationen.

Sondern jene Organisationen, deren Führung gemeinsam fliegt, gemeinsam entscheidet und gemeinsam Verantwortung übernimmt.

Denn am Ende zählt nicht, wie spektakulär einzelne fliegen.

Sondern ob die gesamte Formation sicher, kraftvoll und erfolgreich ihr Ziel erreicht.

Juli 2026, Lesezeit 4 Min

KI beginnt nicht mit Technologie. Sie beginnt beim Menschen.

Wenn wir über Künstliche Intelligenz sprechen, diskutieren wir häufig über Tools, Software oder neue technologische Möglichkeiten. Dabei vergessen viele Unternehmen den entscheidenden Faktor: den Menschen.

Denn der Mensch ist es, der am Ende den Stecker in die Steckdose steckt. Er entscheidet, ob ein Tool eingesetzt wird, wie konsequent es genutzt wird und ob daraus tatsächlich ein Mehrwert entsteht.

KI verändert keine Organisation. Menschen tun es.

Genau das wurde in einem unserer Projekte sehr deutlich.

Ein Unternehmen mit rund 1.200 Mitarbeitenden und fünf Business Units wollte den Einsatz von KI und intelligenten Softwarelösungen vorantreiben. Das Ziel war nicht, möglichst viele neue Tools einzuführen, sondern effizienter zu werden und Ressourcen künftig dort einzusetzen, wo sie den größten Beitrag für die Zukunft des Unternehmens leisten.

Natürlich entstand sofort Unsicherheit.

Viele Mitarbeitende verbanden KI automatisch mit Stellenabbau. Andere fragten sich, ob ihre Arbeit künftig überhaupt noch gebraucht würde. Wieder andere lehnten einzelne Anwendungen bereits ab, bevor sie diese überhaupt ausprobiert hatten.

Technisch war das Projekt lösbar.

Organisatorisch und psychologisch begann die eigentliche Herausforderung jedoch erst.

Deshalb starteten wir nicht mit der Technologie. Wir starteten mit Kommunikation.

In einem Kick-off wurde transparent erklärt, warum das Unternehmen diesen Weg geht, welche Ziele verfolgt werden und welche Rolle jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter dabei spielt.

Die Botschaft war eindeutig: Nicht Menschen sollen ersetzt werden. Sondern Routinetätigkeiten. Freigewordene Kapazitäten sollen für Zukunftsthemen, Innovationen und neue Projekte genutzt werden.

Anschließend wurden bereichsübergreifende Projektteams aufgebaut. Mitarbeitende aus den jeweiligen Fachbereichen analysierten gemeinsam mit ihren Führungskräften, wo KI tatsächlich sinnvoll eingesetzt werden kann und wo ihre Grenzen liegen.

Dabei entstand etwas Überraschendes. Nicht die externen KI-Expertinnen und -Experten lieferten die besten Ideen.

Sondern Mitarbeitende, die sich privat intensiv mit KI beschäftigt hatten und längst eigene Lösungen entwickelt hatten. Dieses Wissen wäre ungenutzt geblieben, hätte man ausschließlich auf externe Expertise gesetzt.

Gleichzeitig zeigte sich auch, dass einige ursprünglich geplante Tools gar nicht optimal waren. Die Fachbereiche entwickelten bessere Ansätze und brachten neue Ideen ein, die vorher niemand auf dem Radar hatte.

Das Projekt wurde dadurch nicht langsamer. Es wurde besser.

Besonders spannend war jedoch die psychologische Entwicklung. Zu Beginn versuchten viele unbewusst, das bestehende System zu schützen. Das ist völlig normal.

Menschen verteidigen zunächst das, was sie kennen. Deshalb reichen technische Schulungen allein nicht aus.

Erst zwei Faktoren sorgten für den eigentlichen Wendepunkt:

Erstens: Es war klar, dass die Transformation stattfinden wird. Das „Ob“ stand nicht mehr zur Diskussion.

Zweitens: Das „Wie“ konnten die Mitarbeitenden aktiv mitgestalten.

Genau diese Kombination aus Klarheit und Partizipation führte dazu, dass aus Skepsis Engagement wurde.

Heute zeichnet sich bereits ab, dass durch den KI-Einsatz Ressourcen frei werden. Ein Teil davon führt zu Effizienzsteigerungen. Ein deutlich größerer Teil eröffnet jedoch neue Möglichkeiten. Mitarbeitende wechseln freiwillig in Zukunftsprojekte, übernehmen neue Aufgaben oder gestalten Innovationen mit, die zuvor aus Kapazitätsgründen liegen geblieben wären.

Die wichtigste Erkenntnis aus diesem Projekt lautet daher: KI ist niemals nur ein Technologieprojekt.

Sie ist immer auch ein Führungs- und Kulturprojekt. Unternehmen scheitern selten daran, dass die Technologie nicht funktioniert. Sie scheitern daran, dass sie vergessen, die Menschen mitzunehmen. Wer Mitarbeitende früh informiert, ehrlich kommuniziert, sie an der Gestaltung beteiligt und gleichzeitig eine klare Richtung vorgibt, schafft Akzeptanz statt Widerstand.

Denn am Ende entscheidet nicht die künstliche Intelligenz über den Erfolg einer Transformation. Sondern die menschliche.

Juli 2026, Lesezeit 3 Min

Die 7 Hebel für eine erfolgreiche KI-Transformation

  1. Eine klare Zielsetzung statt Tool-Euphorie

Die Einführung von KI darf nie das Ziel sein. Das Ziel muss immer der Nutzen für das Unternehmen sein.

Fragen:

  • Warum führen wir KI ein?
  • Welches Problem lösen wir?
  • Welche Wirkung soll entstehen?

Im Praxisprojekt war von Anfang an klar: Es geht um effizientere Abläufe und den gezielten Einsatz von Ressourcen – nicht um Technologie um der Technologie willen.

  1. Frühzeitig und ehrlich kommunizieren

Unsicherheit entsteht dort, wo Informationen fehlen.

Mitarbeitende wollen verstehen:

  • Warum passiert das?
  • Was bedeutet das für mich?
  • Was verändert sich konkret?

Je früher Führungskräfte diese Fragen beantworten, desto geringer werden Ängste und Widerstände.

  1. Das „Ob“ entscheiden – das „Wie“ gemeinsam gestalten

Eine Transformation braucht Klarheit.

Das Unternehmen muss entscheiden:
Wir gehen diesen Weg.

Die Mitarbeitenden dürfen anschließend mitgestalten:

  • Welche Lösungen funktionieren?
  • Welche Tools passen wirklich?
  • Welche Prozesse müssen verändert werden?

Diese Kombination aus Verbindlichkeit und Partizipation war einer der größten Erfolgsfaktoren des Projekts.

  1. Das Wissen der Mitarbeitenden nutzen

Die besten Ideen kommen häufig nicht von externen Beraterinnen oder KI-Expertinnen.

Im Projekt meldeten sich Mitarbeitende, die sich privat intensiv mit KI beschäftigt hatten und bereits Lösungen entwickelt hatten.

Wer die Menschen einbindet, entdeckt Kompetenzen, die bisher niemand kannte.

  1. Organisation vor Technologie denken

KI verändert Prozesse.

Deshalb reicht es nicht, Software einzuführen.

Man muss gleichzeitig hinterfragen:

  • Rollen
  • Verantwortlichkeiten
  • Abläufe
  • Schnittstellen
  • Zusammenarbeit

Erst dann entsteht echte Wirkung.

  1. Psychologie ernst nehmen

Menschen verteidigen zunächst das Bestehende.

Nicht aus Bosheit.

Sondern weil Sicherheit ein Grundbedürfnis ist.

Deshalb braucht jede KI-Transformation:

  • Orientierung
  • Beteiligung
  • Sicherheit
  • Vertrauen

Wer diese Faktoren ignoriert, erzeugt Widerstand.

  1. Freigewordene Ressourcen bewusst neu einsetzen

Der größte Fehler besteht darin, ausschließlich über Einsparungen nachzudenken.

Die entscheidende Frage lautet: Welche neuen Möglichkeiten entstehen durch die gewonnene Zeit?

So wirde KI kein Rationalisierungsprojekt sondern ein Entwicklungsprojekt für die gesamte Organisation.

Fazit: KI ist kein IT-Projekt.

Sie ist ein Organisationsentwicklungs-, Führungs- und Kulturprojekt. Technologie entscheidet nicht über den Erfolg. Menschen tun es.

Je besser Organisationen ihre Mitarbeitenden einbinden, Orientierung geben und die Veränderung gemeinsam gestalten, desto größer wird der Nutzen der KI – für das Unternehmen und für die Menschen, die darin arbeiten.

Wollen sie ein Projekt einfach einmal durchsprechen, dann einfach melden. Unverbindlich können wir aus der Praxis berichten und gemeinsam überlegen wo Potenzial bei Ihnen steckt.

Juni 2026, Lesezeit 4 Min.

Menschlichkeit wird in Zeiten von KI zum Wettbewerbsvorteil

Nachhaltige Performance entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen, Konflikte ansprechen und gemeinsam Zukunft gestalten.

Vor einigen Wochen saß ich mit einem Geschäftsführer zusammen, der mir eine Frage stellte, die derzeit viele Menschen beschäftigt. „Anke, glaubst du, dass KI uns irgendwann ersetzen wird?“

Ich musste kurz schmunzeln. Nicht, weil die Frage unberechtigt wäre. Im Gegenteil. Sie beschäftigt VorständInnen, Führungskräfte, UnternehmerInnen und Mitarbeitende gleichermaßen. Fast täglich lesen wir von neuen Möglichkeiten. KI schreibt Texte, erstellt Bilder, analysiert Daten, entwickelt Strategien und beantwortet Fragen in Sekunden.

Es ist so, dass Technologie jeden Tag einen weiteren Schritt macht. Ich erzählte dem Geschäftsführer von einer Situation bei einem anderen Kunden.

„Ein Führungsteam saß in einem Meeting. Die Zahlen des Unternehmens waren gut, die Strategie war klar und die Projekte waren definiert. Eigentlich hätte alles nach Plan laufen müssen. Doch im Raum lag eine Spannung, die man nicht in einer Excel-Datei finden konnte.

Während wir diskutierten, bemerkte ich die kurzen Blicke zwischen zwei Führungskräften. Das vorsichtige Formulieren von Aussagen und das Zurückhalten von Gedanken. Es lagen unausgesprochenen Vorwürfe, zwischen den Zeilen, die nicht nur ich bemerkte, sondern andere im Team.“

Der GF schmunzelte. Wer kennt das nicht. „Wer viele Jahre so wie ich mit Menschen arbeitet, entwickelt dafür ein Gespür. Man hört nicht nur, was gesagt wird. Man nimmt wahr, was nicht gesagt wird.“ Er stimmte zu.

Danach erzählte ich weiter. „Eine Führungskraft erklärte sachlich, warum ein Projekt nicht vorankam. Er sprach teilweise die Enttäuschung und Frustration an, nachdem ich nachgefragt habe und die KollegInnen auch weitere Fragen stellten. Er hatte eindeutig das Gefühl, mit einem Thema allein gelassen worden zu sein.“

Mein Gegenüber sagt dann: „Keine künstliche Intelligenz der Welt hätte diesen Moment erkannt.“ Genau.

„Sie hätte die Worte analysiert natürlich auch die Stimmung bewertet. Aber sie hätte nicht gespürt, was zwischen den Menschen passiert.“ ergänzte ich.

„Genau das fasziniert mich an der aktuellen Diskussion rund um Technologie. Je intelligenter die KI Systeme werden, desto sichtbarer wird, was den Menschen eigentlich ausmacht.“

In meinem Buch „Die 8 Säulen der High Performance Culture“ beschreibe ich immer wieder, dass nachhaltige Leistung niemals ausschließlich durch Prozesse, Strukturen oder Ziele entsteht. Natürlich brauchen Organisationen Klarheit. Sie brauchen Strategien, Prioritäten und gute Entscheidungen. Doch all das entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn Menschen bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Und Verantwortung ist etwas zutiefst Menschliches. Sie entsteht nicht durch eine Anweisung, sondern sie entsteht, wenn Menschen Vertrauen spüren.

Vertrauen wiederum entsteht nicht nur durch Rahmenbedigungen, Rollen, Ziele und Prozesse. Es entsteht in Begegnungen, in einem Gespräch, in ehrlicher Rückmeldung, also in einem Moment, in dem jemand merkt, dass ihm wirklich zugehört wird, er mitgestalten kann und sich ehrlich und offen äußern kann.

Wenn ich auf die erfolgreichsten Transformationen der letzten Jahre zurückblicke, erinnere ich mich selten an die perfekten Projektpläne. Ich erinnere mich an die Momente, in denen Menschen den Mut gefunden haben, etwas auszusprechen, was lange unausgesprochen geblieben war. Sie getan haben und andere mitgenommen haben. Motiviert waren, weil etwas vorangeht. An Führungskräfte, die begonnen haben, Fragen zu stellen, statt Antworten vorzugeben.

An Teams, die gelernt haben, Konflikte auszuhalten, statt ihnen auszuweichen. An Mitarbeitende, die plötzlich Verantwortung übernommen haben, weil ihnen jemand diese Verantwortung tatsächlich zugetraut hat.

All diese Situationen hatten eines gemeinsam: Sie waren menschlich.

Vielleicht liegt genau darin die große Chance unserer Zeit.

Während Maschinen immer besser darin werden, Wissen bereitzustellen, wird die Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, zu einer der wertvollsten Kompetenzen überhaupt.

Empathie.

Intuition.

Urteilsvermögen.

Vertrauen.

Mut.

Sie lassen sich nicht automatisieren. Sie lassen sich nicht digitalisieren. Und sie lassen sich auch nicht durch einen Algorithmus ersetzen. Je mehr Technologie unseren Alltag prägt, desto stärker werden diese Fähigkeiten zum eigentlichen Unterscheidungsmerkmal von Führung.

Vielleicht werden wir in einigen Jahren viele Aufgaben nicht mehr selbst erledigen und Analysen, Berichte, Präsentationen oder Routinetätigkeiten sind weitgehend automatisiert.

Doch am Ende werden immer noch Menschen entscheiden, welcher Weg eingeschlagen wird. Menschen werden anderen Menschen Hoffnung geben müssen, wenn Unsicherheit entsteht. Wir werden Konflikte lösen und Verantwortung übernehmen müssen.

Wir werden gemeinsam Zukunft gestalten.

Deshalb glaube ich nicht, dass KI den Menschen ersetzen wird. Ich glaube vielmehr, dass sie uns dazu zwingt, uns wieder stärker auf das zu konzentrieren, was uns als Menschen einzigartig macht.

Vielleicht ist das die größte Ironie der technologischen Entwicklung.

Je intelligenter die Maschinen werden, desto wichtiger wird unsere Menschlichkeit.

Und genau zu dieser Schlussfolgerung kamen wir in unserem Gespräch.

Mai 2026, Lesezeit 4 Min.

Der Mensch im Mittelpunkt

Case Study: Von starken Einzelstrukturen zu einer gemeinsamen österreichweiten Führungsorganisation

Große Veränderungen scheitern selten an Strategien oder Organigrammen. Sie scheitern meist daran, dass Menschen nicht mitgenommen werden, Unsicherheit entsteht oder Vertrauen verloren geht. Genau deshalb stand bei diesem Transformationsprojekt nicht nur die neue Struktur im Mittelpunkt, sondern vor allem die Menschen, die diesen Wandel tragen mussten.

Ein österreichweit tätiges Unternehmen entschied sich dazu, seine bestehende Organisationsstruktur grundlegend weiterzuentwickeln. Über viele Jahre hinweg hatten sich starke regionale Einheiten mit eigenen Führungslogiken und Subkulturen etabliert. Diese Strukturen brachten Geschwindigkeit, Identifikation und unternehmerisches Denken vor Ort. Gleichzeitig entstand jedoch die Herausforderung, dass ein gemeinsames organisationsweites „Wir“, einheitliche Standards sowie bereichsübergreifende Zusammenarbeit zunehmend schwieriger wurden.

Die Zielsetzung war daher klar: Weg von einzelnen, stark getrennten Einheiten – hin zu einer gemeinsamen Führungs- und Managementstruktur mit übergreifender Verantwortung, enger Zusammenarbeit und einer stärkeren österreichweiten Ausrichtung.

Was auf dem Papier nach einer strukturellen Anpassung klingt, war in Wahrheit ein tiefgreifender kultureller Veränderungsprozess. Viele Führungskräfte hatten ihre Rollen über Jahre aufgebaut, Teams identifizierten sich stark mit ihren bisherigen Strukturen und gleichzeitig musste die Organisation weiterhin leistungsfähig bleiben. Genau darin lag die eigentliche Herausforderung.

Bereits 4 Monate vor dem offiziellen Start der Veränderung begann intern eine intensive Vorbereitungsphase. Gemeinsam wurden Szenarien entwickelt, Führungsrollen definiert, Kommunikationswege aufgebaut und konkrete Schritte vorbereitet. Unsere Aufgabe bestand darin, gemeinsam mit dem Vorstandsteam den eigentlichen Veränderungsschnitt (Harter Schnitt) sowie die ersten Monate der neuen Struktur professionell zu begleiten.

Besonders entscheidend war dabei die Arbeit mit den Führungskräften und Teams. Rund 30 Führungskräfte mussten innerhalb kürzester Zeit für neue Rollen, neue Verantwortlichkeiten und neue Formen der Zusammenarbeit gewonnen werden. Alle Positionen veränderten sich grundlegend und mussten völlig neu gedacht werden. Das erforderte nicht nur Klarheit und Struktur, sondern vor allem Vertrauen, Dialog und intensive Begleitung.

Gemeinsam mit dem Vorstandsteams entstand ein detaillierter Change- und Kommunikationsprozess mit klaren Leitplanken:

  • Definition des Mehrwerts der Veränderung für Organisation, Führungskräfte und Teams
  • Entwicklung einer einheitlichen Kommunikationsarchitektur
  • Aufbau klarer Führungsleitlinien für eine Zeit von Digitalisierung, Distanz und Veränderung
  • Konkrete Fahrpläne für die ersten 100 Tage der neuen Struktur
  • Aufbau von Sounding Boards zur laufenden Wahrnehmung von Stimmungen und Unsicherheiten
  • Enge Begleitung der Führungskräfte durch Workshops, Sparring und agile Austauschformate
  • Entwicklung von Krisen- und Eskalationsmechanismen für schwierige Situationen

Besonders wichtig war dabei die Geschwindigkeit und Konsequenz in der Kommunikation. Zwischen internen Führungsinformationen, Teamkommunikation und externer Kommunikation lagen oft nur wenige Stunden. Ziel war es, Gerüchte, Unsicherheiten und „Stille Post“ zu vermeiden.

Die Transformation fand zusätzlich in einer Phase statt, in der der Arbeitsmarkt äußerst angespannt war und Unternehmen massiv um gute Mitarbeiter:innen konkurrierten. Umso wichtiger war es, Stabilität, Transparenz und Orientierung zu schaffen. Genau hier zeigte sich die Bedeutung der Menschen im Prozess.

Die Führungskräfte wurden nicht alleine gelassen. Teams wurden früh eingebunden, Sorgen offen angesprochen und Veränderungen nachvollziehbar erklärt. Durch regelmäßige Workshops, digitale Austauschformate und intensive Begleitung entstand Schritt für Schritt eine gemeinsame Richtung. Die Menschen verstanden nicht nur das „Was“, sondern vor allem das „Warum“ hinter der Veränderung.

Ein zentraler Erfolgsfaktor war dabei die Einheit im Vorstandsteam. Unterschiedliche Meinungen wurden intern reflektiert, bevor Entscheidungen kommuniziert wurden. Dadurch entstand nach außen Klarheit und Sicherheit. Gleichzeitig zeigte sich, wie wichtig ein starkes internes Projektteam (PMO) ist, das Veränderung glaubwürdig mitträgt und als Verbindung zwischen Vorstandsteam und Organisation wirkt.

Trotz der Größe und Komplexität des Projekts gelang es, die Organisation stabil zu halten, eine positive Aufbruchsstimmung zu erzeugen und die neue Struktur erfolgreich umzusetzen. Fluktuation konnte vermieden werden, neue Rollen wurden besetzt und die Teams fanden Schritt für Schritt in die neue Zusammenarbeit.

Rückblickend bestätigte dieses Projekt einmal mehr, dass nachhaltige Transformation weit mehr ist als ein neues Organigramm. Veränderung entsteht dort, wo Menschen Orientierung, Vertrauen und Beteiligung erleben. Struktur kann man definieren. Kultur und gemeinsames Arbeiten entstehen jedoch nur, wenn Menschen wirklich mitgenommen werden.

Genau darin lag die eigentliche Wirksamkeit dieses Projekts.

Mehr Einblick in unsere Projekte gibt es auch in unserem Podcast.

April 2026, Lesezeit 8 Min.

Unternehmenskultur-Killer erkennen, bevor es zu spät ist

Wie unsichtbare Muster Zusammenarbeit blockieren, Effizienz ausbremsen – und warum eine fundierte Unternehmenskulturanalyse oft der entscheidende Hebel ist

Viele Unternehmen investieren heute in Prozesse, Tools und Strukturen, um effizienter zu werden. Es wird an Abläufen gearbeitet, Rollen werden geschärft, Meetings optimiert und Zuständigkeiten neu definiert. Doch in der Praxis zeigt sich immer wieder: Trotz guter Absichten und sauberer Maßnahmen bleibt die gewünschte Wirkung oft aus.

Der Grund liegt häufig nicht im Prozess selbst.

Der eigentliche Engpass sitzt oft tiefer – in der Unternehmenskultur.

Denn nicht nur Prozesse entscheiden darüber, ob Unternehmen wirksam werden. Entscheidend ist auch, wie Menschen zusammenarbeiten, wie Führung tatsächlich gelebt wird, wie Verantwortung übernommen wird und welche unausgesprochenen Muster den Alltag prägen.

Genau diese Muster sind es, die Leistung fördern oder blockieren.

Und genau deshalb lohnt sich der Blick unter die Oberfläche.

 

Wenn Effizienz zum Thema wird, sollte Zusammenarbeit mitgedacht werden

In einem Unternehmen, das ich kürzlich begleiten durfte, war der Auftrag zunächst klar: Die Organisation sollte effizienter werden. Es ging um bessere Abläufe, schnellere Entscheidungen, weniger Reibung und mehr Wirkung im Tagesgeschäft.

In den ersten Gesprächen fiel jedoch eines sehr deutlich auf:

Es wurde viel über Effizienz gesprochen.
Über Prozesse.
Über operative Belastung.
Über Geschwindigkeit.
Über fehlende Konsequenz in der Umsetzung.

Aber fast niemand sprach über Zusammenarbeit.

Und genau das ist in vielen Unternehmen ein Warnsignal.

Denn wenn Organisationen an Effizienz verlieren, liegt die Ursache oft nicht nur in den Prozessen. Viel häufiger sind es kulturelle Muster, die über Jahre entstanden sind und irgendwann als normal wahrgenommen werden – obwohl sie die Leistungsfähigkeit des gesamten Systems bremsen.

 

Der eigentliche Kulturkiller: Leistung wurde über Sichtbarkeit definiert – nicht über Beitrag

Im weiteren Verlauf der Analyse wurde in diesem Unternehmen ein zentrales Muster sichtbar:

Leistung wurde weniger über echten Beitrag bewertet, sondern stark über Sichtbarkeit.

Das klingt zunächst harmlos, hat in der Praxis jedoch enorme Auswirkungen.

Wenn Sichtbarkeit wichtiger wird als Wirkung, verändert sich das Verhalten in der gesamten Organisation:

  • Menschen sichern sich stärker ab, statt mutig zu entscheiden
  • Führungskräfte kontrollieren stärker, statt Verantwortung zu ermöglichen
  • Abstimmungen werden länger, weil politische Absicherung wichtiger wird als Klarheit
  • Bereichsinteressen werden höher gewichtet als das gemeinsame Unternehmensziel
  • Energie fließt in Präsenz und Positionierung statt in echte Umsetzung

Die Folgen waren im Alltag deutlich spürbar:

  • Micromanagement
  • Intransparenz
  • Silodenken
  • unnötige Abstimmungsschleifen
  • langsame Entscheidungen
  • Reibungsverluste zwischen Bereichen
  • sinkende Umsetzungskraft trotz hoher Aktivität

Und genau hier wird sichtbar, was viele Unternehmen unterschätzen:

Nicht fehlender Wille bremst Performance aus – sondern unsichtbare Muster, die sich im Alltag verfestigt haben.

 

Warum klassische Maßnahmen oft nicht ausreichen

Wenn Unternehmen an diesem Punkt reagieren, passiert häufig das Naheliegende:

  • ein Prozessworkshop
  • neue Meetingregeln
  • ein Führungstraining
  • Rollenklärungen
  • zusätzliche Abstimmungsformate
  • ein neues Tool

All das kann sinnvoll sein.

Aber nur dann, wenn klar ist, was tatsächlich die Ursache ist.

Denn wer nur an Symptomen arbeitet, verbessert oft nur die Oberfläche.

Wenn Entscheidungen zu langsam sind, liegt das nicht automatisch an einem schlechten Entscheidungsprozess.
Wenn Zusammenarbeit stockt, liegt das nicht automatisch an der Schnittstelle.
Wenn Führung nicht wirkt, liegt das nicht automatisch an fehlender Kompetenz.

Oft liegen die Ursachen tiefer:

  • unausgesprochene Erwartungen
  • unklare Verantwortungen
  • widersprüchliche Führungsimpulse
  • informelle Machtlogiken
  • fehlende psychologische Sicherheit
  • kulturell gewachsene Absicherungsmechanismen
  • Zielkonflikte zwischen Bereichen

Deshalb gilt aus meiner Sicht:

Bevor Unternehmen Maßnahmen starten, sollten sie zuerst verstehen, welche Muster ihre Kultur tatsächlich prägen.

 

Was eine fundierte Unternehmenskulturanalyse wirklich leistet

Eine professionelle Unternehmenskulturanalyse ist keine klassische Mitarbeiterbefragung und keine allgemeine Stimmungsabfrage.

Sie ist auch kein „Soft Topic“.

Sie ist ein strukturiertes Analyseformat, das qualitative und quantitative Elemente verbindet und die Organisation ähnlich präzise betrachtet wie ein strategisches oder operatives Kernthema.

Das Ziel ist nicht, möglichst viele Meinungen einzusammeln.

Das Ziel ist, Muster sichtbar zu machen.

Zum Beispiel:

  • Wie wird Führung tatsächlich erlebt?
  • Wo entstehen systematische Reibungsverluste?
  • Welche unausgesprochenen Regeln bestimmen Zusammenarbeit?
  • Wo weichen formale Strukturen und gelebte Realität voneinander ab?
  • Welche Verhaltenslogiken verhindern Geschwindigkeit, Verantwortung oder Klarheit?
  • Wo entstehen Risiken – auch in Richtung Compliance oder rechtlicher Grauzonen?

In meiner Arbeit basiert dieses Vorgehen auf einem bewährten, über viele Jahre entwickelten und laufend angepassten Analyseansatz aus rund 20 Jahren Beratungserfahrung in den Bereichen Transformation, Leadership und High Performance Culture.

 

Der Nutzen: Warum die ersten Effekte oft schnell sichtbar werden

Im beschriebenen Fall war der entscheidende Vorteil, dass die Unternehmensleitung die Ergebnisse nicht nur zur Kenntnis genommen hat, sondern sehr schnell erkannt hat, an welchen Stellen konkret angesetzt werden muss.

Und genau das macht den Unterschied.

Eine Analyse allein verändert noch nichts.
Wirkung entsteht erst dann, wenn die richtigen Schlüsse gezogen und in konkrete Führungs- und Organisationslogiken übersetzt werden.

In diesem Fall konnten bereits nach rund drei Monaten erste Veränderungen beobachtet werden:

  • weniger Widerstand in Gesprächen
  • klarere Abstimmungen
  • bessere Zusammenarbeit zwischen Bereichen
  • weniger emotionale Reibung
  • mehr Fokus auf Lösungen
  • spürbar höhere Effizienz im Alltag

Ein Vorstandsmitglied formulierte es sehr treffend:

„Ich weiß nicht genau, was ihr gemacht habt – aber es wirkt. Es gibt deutlich weniger Widerstand, und die Gespräche laufen spürbar besser.“

Genau das ist für mich wirksame Organisationsentwicklung.

Nicht immer laut.
Nicht immer spektakulär.
Aber hochrelevant – wenn an den richtigen Hebeln angesetzt wird.

 

Warum eine Unternehmenskulturanalyse auch ein Risiko- und Compliance-Thema ist

Ein Aspekt wird in Unternehmen häufig unterschätzt:

Eine fundierte Unternehmenskulturanalyse zeigt nicht nur Entwicklungspotenziale. Sie macht oft auch sichtbar, wo strukturelle, rechtliche oder Compliance-relevante Risiken entstehen können.

Gerade in Organisationen mit hohem Veränderungsdruck, starkem Wachstum oder historisch gewachsenen Strukturen zeigen sich häufig Muster wie:

  • unklare Verantwortungsabgrenzungen
  • informelle Entscheidungswege
  • fehlende Transparenz
  • Überlastung einzelner Schlüsselpersonen
  • problematische Eskalationslogiken
  • Unsicherheiten im Umgang mit Konflikten
  • mangelnde Klarheit in Führung und Steuerung

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein akutes Problem vorliegt.

Aber es zeigt sehr früh, wo Risiken begünstigt werden.

Für Geschäftsführung und Vorstand ist das hochrelevant.

Denn Prävention ist immer günstiger als Schadensbegrenzung.

Deshalb ist Unternehmenskultur aus meiner Sicht nicht nur ein Entwicklungs-, sondern immer auch ein Leistungs-, Steuerungs- und Risikothema.

 

Wie eine Unternehmenskulturanalyse abläuft – der typische Prozess

Eine häufige Sorge ist, dass eine Unternehmenskulturanalyse viel internen Aufwand verursacht. In der Praxis lässt sich das mit einem professionellen Setup sehr schlank und effizient gestalten.

Ein typischer Ablauf sieht so aus:

  1. Klärung der Zielsetzung mit Unternehmensleitung und HR

Am Anfang steht die zentrale Frage:

Was soll die Analyse sichtbar machen?

Denn eine Unternehmenskulturanalyse darf nie beliebig sein. Sie muss an der strategischen Realität des Unternehmens ansetzen.

Typische Anlässe sind:

  • Reibungsverluste in der Zusammenarbeit
  • Führungsunklarheiten
  • sinkende Umsetzungskraft
  • Wachstumsschmerzen
  • Generationenwechsel
  • Transformation oder Restrukturierung
  • Konflikte zwischen Bereichen
  • hohe Abstimmungsdichte bei gleichzeitig geringer Wirksamkeit

Gemeinsam mit Geschäftsführung, Vorstand und häufig HR wird präzisiert:

  • Welche Fragestellungen sollen beantwortet werden?
  • Welche Hypothesen gibt es bereits?
  • Welche Ebenen oder Bereiche sind besonders relevant?
  • Welche Risiken oder Zielbilder stehen im Fokus?
  1. Sichtung bestehender Analysen und interner Daten

Bevor etwas Neues gestartet wird, prüfen wir, was bereits vorhanden ist.

Zum Beispiel:

  • bestehende Mitarbeiterbefragungen
  • Führungsfeedbacks
  • Exit-Interviews
  • Fluktuations- oder Krankenstandsmuster
  • Konflikt- oder Eskalationsthemen
  • relevante Organisations- und Transformationsunterlagen

Das spart Aufwand und schafft ein sauberes Gesamtbild.

  1. Entwicklung des Analyse-Designs

Auf Basis der Zielsetzung wird ein passendes Analyse-Design entwickelt.

Dazu gehören:

  • Aufbau und Logik des Fragebogens
  • Auswahl qualitativer und quantitativer Elemente
  • Definition relevanter Themenfelder
  • Festlegung der Fokusgruppen
  • Kommunikationslogik im Unternehmen
  • Abgrenzung zu klassischen Mitarbeiterbefragungen

Wichtig:
Der Fragebogen ist kein Standardformular. Er basiert auf einem bewährten Schema, wird jedoch an die konkrete Situation, die Zielsetzung und die Organisation angepasst.

  1. Fokusgruppen und qualitative Vertiefung

Ein zentraler Teil der Analyse sind Fokusgruppen oder qualitative Gesprächsformate.

Warum?

Weil Kultur sich nicht nur in Zahlen zeigt.

Sie zeigt sich in:

  • typischen Erzählungen
  • Widersprüchen
  • wiederkehrenden Spannungen
  • Sprachmustern
  • impliziten Regeln
  • erlebten Beispielen

Diese qualitative Tiefe hilft, die Organisation wirklich zu verstehen – und quantitative Ergebnisse später sauber einzuordnen.

  1. Anonyme Onlinebefragung

Ergänzend erfolgt eine anonyme Onlinebefragung.

Wichtig ist die klare Einordnung:

Das ist keine klassische Mitarbeiterbefragung.

Es geht nicht primär um Zufriedenheit oder allgemeine Stimmung.
Es geht darum, systematisch zu erfassen:

  • wie Zusammenarbeit erlebt wird
  • wie Führung wirkt
  • wie Verantwortung wahrgenommen wird
  • wo Transparenz fehlt
  • wo Reibung entsteht
  • welche Muster die Leistungsfähigkeit beeinflussen

Die Anonymität ist dabei essenziell, um ehrliche Rückmeldungen zu ermöglichen.

  1. Analyse relevanter Artefakte und Unterlagen

Je nach Zielsetzung werden zusätzlich relevante Unterlagen analysiert.

Zum Beispiel:

  • Organigramme
  • Rollenbeschreibungen
  • Führungsleitlinien
  • Meeting- und Entscheidungsstrukturen
  • Projektgovernance-Unterlagen
  • Kommunikationsunterlagen
  • Strategiedokumente
  • Prozessbeschreibungen

Hier zeigt sich oft ein besonders spannender Punkt:

Die Differenz zwischen dem, was offiziell gilt – und dem, was tatsächlich gelebt wird.

Genau dort liegen häufig die stärksten Hebel.

  1. Bericht, Mustererkennung und klare Schlussfolgerungen

Am Ende werden alle Erkenntnisse zusammengeführt und verdichtet.

Nicht als Sammlung von Einzelmeinungen, sondern als klares Gesamtbild:

  • Welche Muster prägen die Organisation?
  • Welche Kulturkiller bremsen Leistung?
  • Wo entstehen Reibung, Unsicherheit oder Widerstand?
  • Welche Führungs- und Strukturthemen sind entscheidend?
  • Welche Risiken sollten frühzeitig adressiert werden?
  • Welche Hebel sind kurzfristig und welche langfristig wirksam?

Das Ergebnis ist ein strukturierter Bericht mit:

  • Analyseergebnissen
  • den zentralen Mustern in der Organisation
  • den entscheidenden Entwicklungsfeldern
  • konkreten Schlussfolgerungen
  • klaren Empfehlungen für die nächsten Schritte
 

Warum sich der Aufwand lohnt

Eine professionell aufgesetzte Unternehmenskulturanalyse ist in der Regel in etwa drei Monaten umsetzbar.

Der interne Aufwand bleibt überschaubar.
Vieles kann anonym und online durchgeführt werden.
Die Belastung für das Unternehmen ist gering.

Der Output dagegen ist oft enorm:

  • mehr Klarheit
  • bessere Führungsansätze
  • gezieltere Maßnahmen
  • schnellere Hebelwirkung
  • geringere Reibungsverluste
  • bessere Risikofrüherkennung
  • nachhaltigere Entwicklung

Oder kurz gesagt:

3 Monate Analyse – jahrelange Wirkung.

Fazit: Wer Kultur nicht versteht, optimiert oft an der falschen Stelle

Unternehmenskultur ist kein Nice-to-have.
Und sie ist kein Thema, das man „nebenbei“ mit ein paar Workshops löst.

Sie ist der unsichtbare Rahmen, in dem Führung wirkt oder verpufft.

Sie entscheidet darüber,

  • ob Verantwortung übernommen oder abgesichert wird
  • ob Zusammenarbeit Energie freisetzt oder bindet
  • ob Strategien umgesetzt oder in Reibung verloren gehen
  • ob Effizienz wirklich steigt oder nur darüber gesprochen wird

Deshalb ist mein klarer Rat an Geschäftsführungen, Vorstände und HR-Verantwortliche:

Gehen Sie in die Analyse, bevor Sie in Aktionismus investieren.

Denn erst wenn klar ist,

  • welche Muster Ihre Organisation prägen
  • welche Kulturkiller Leistung blockieren
  • welche Risiken im System liegen
  • und welche Hebel wirklich wirksam sind

…kann Entwicklung nachhaltig gelingen.

 

Sie möchten wissen, wie eine fundierte Unternehmenskulturanalyse in Ihrem Unternehmen aussehen kann?

Wenn Sie vermuten, dass nicht Prozesse allein, sondern unsichtbare Muster die eigentliche Leistung bremsen, lohnt sich ein genauer Blick. Lassen Sie uns unverbindlich sprechen.

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